Was versteht man unter „Sex Positivity“?
08.11.2021

Was versteht man unter „Sex Positivity“?

Freie Liebe? Alles kann, nichts muss? Worum geht es denn nun bei diesem Begriff?

Weg mit der Scham!

Fast jeder Mensch kennt das: Denkt man an das eigene Sexleben, findet man meistens etwas, für das man sich schämt. Vor allem in Bezug auf Anzahl der Partner*innen („Slutshaming“), Menge des Verkehrs und Wahl der Praktiken („Kinkshaming“) kommen häufig Unsicherheiten auf, ob das eigene Verhalten noch „normal“ ist. Ist es wirklich okay, in einer Woche mit zwei unterschiedlichen Personen zu schlafen? Macht mich der Wunsch nach einer homosexuellen Erfahrung „anders“? Sollte ich mehr als viermal pro Tag masturbieren? Fragen wie diese sind es, die viele Menschen beschäftigen und sie an der Richtigkeit ihrer eigenen Sexualität zweifeln lassen. Und genau dagegen stellt sich die „Sex Positivity“-Bewegung.

Entscheidend ist der Konsens

Getreu dem Motto „Nichts muss, alles darf“ hat „Sex Positivity“ eine klare Auffassung davon, was „normal“ ist – nämlich alles, wobei Konsens herrscht. Will heißen: Solange alle Beteiligten einverstanden sind, ist es okay. Gesellschaftliche Ideale von Sexualität und Beziehung sollte die eigenen Freiheiten und Bedürfnisse nicht limitieren. Du amüsierst Dich gern mit wechselnden Partner*innen? Kein Problem! (Aber bitte achte in dem Fall auf die Verwendung von Kondomen.) Du willst BDSM-Praktiken ausprobieren? Solange Du niemanden dazu zwingst, ist alles gut! Du liebst mehr als einen Menschen? Absolut in Ordnung!

Mehr als Sex

Auch wenn es bis jetzt so klingen mag, hat „Sex Positivity“ allerdings noch weitere Aspekte außer „Freie Liebe ohne Reue“. Im Kern geht es auch darum, mit der eigenen Sexualität und dem eigenen Körper glücklich zu sein. Egal ob hetero-, homo-, bi- oder asexuell; egal ob trans, inter oder cis; ob monogam oder polyamourös – jede Art von Sexualität und Körper ist wunderschön. Nichts ist ekelhaft oder unnormal. Solange ein Konsens besteht, musst Du Dich für nichts schämen.